Ein siebenjähriges Mädchen rief den Notruf und flüsterte

Drinnen roch es nach abgestandener Hitze, Spülmittel und etwas anderem, das vielleicht verdünnte Säuglingsnahrung war, und das Wohnzimmer war düster, bis auf eine kleine Lampe, die in der Ecke wie ein müder Mond leuchtete, und dort, auf einem abgenutzten Teppich, der durch jahrelange Schritte zu Pfaden plattgetreten war, saß ein kleines Mädchen mit verfilzten dunklen Haaren und einem übergroßen T-Shirt, das von einer Schulter rutschte, die Knie angezogen, als ob sie versuchen würde, kleiner zu werden, als ob Schrumpfen das Problem leichter erträglich machen könnte.

In ihren Armen hielt sie ein Baby.

Owen hatte schon viele Säuglinge im Arm gehalten, und er wusste, wie ein vier Monate altes Kind normalerweise aussah, was das Gewicht des Körpers und die Rundung der Wangen anging. Doch das Gesicht dieses Kindes schien zu schmal, seine Gliedmaßen zu dünn, seine Haut so blass, dass das schwache Blau der Adern durchschimmerte, und wenn es weinte, war es nicht der kräftige Protest eines wohlgenährten Babys, sondern ein zerbrechlicher, angestrengter Laut, der Owen die Kehle zuschnürte.

Das Mädchen weinte auch, nicht laut, sondern auf die stetige, erschöpfte Art von jemandem, der schon lange geweint hatte und dessen Kraft vor der Angst erschöpft war, und sie drückte immer wieder einen feuchten Lappen auf die Lippen des Babys, als ob sie ihm allein durch Geduld das Leben zurückgeben könnte.

„Bitte“, flüsterte sie dem Baby zu, „bitte trink, bitte, bitte.“

Owen ließ sich langsam zu Boden sinken, um sie nicht zu erschrecken, und er sprach so, wie man spricht, wenn man möchte, dass die eigene Stimme eine ausgestreckte Hand in der Dunkelheit ist.

„Hallo, Liebling. Ich bin Owen. Du hast um Hilfe gerufen, und du hast das Richtige getan.“

Das Mädchen blinzelte ihn durch feuchte Wimpern an, als ob sie sich fragen wollte, ob Erwachsene überhaupt noch wüssten, was sie meinen.

„Er ist Rowan“, brachte sie hervor und rückte das Baby vorsichtig zurecht, „und er ist mein Bruder, aber ich passe auf ihn auf, wenn Mama schläft, weil Mama immer müde ist.“

Owens Blick wanderte durch den Raum, ohne dass er sie lange aus den Augen ließ, denn er sah leere Flaschen in der Nähe des Waschbeckens aufgereiht, einige mit Wasser gefüllt, andere mit einer dünnen, blassen Flüssigkeit, und auf dem Boden neben der Couch lag ein altes Handy, auf dessen Bildschirm ein Video pausiert war, dessen Titel groß genug war, dass er ihn lesen konnte: „Wie man ein Baby füttert, wenn man keine Hilfe hat.“

Ein siebenjähriges Mädchen hatte sich selbst beigebracht, wie man Elternteil ist.

„Wo ist deine Mutter gerade?“, fragte Owen sanft.

Juni hob ihr Kinn in Richtung eines Flurs, der dunkler aussah als das Wohnzimmer, als ob sich dort die Schatten versammelt hätten.

„In ihrem Zimmer“, sagte sie und schluckte schwer, „sagte sie, sie brauche nur ein Nickerchen, aber es ist schon lange her, und ich wollte sie nicht stören, und ich habe es versucht, wirklich versucht, aber er wird immer leichter.“

Das Zimmer am Ende des Flurs

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