Iris' Kehle schnürte sich zu. „Warum hast du es mir nicht gesagt?“
Helene griff nach Iris' Hand. „Weil ich wollte, dass du in Sicherheit bist. Aber du bist kein Kind mehr.“
Und dann sprach Helene den Satz, der Iris' Verständnis ihres eigenen Lebens veränderte:
„Deine Mutter ist nicht so gestorben, wie man es dir erzählt hat.“
Die Luft verließ Iris' Lungen.
Helenes Augen füllten sich mit Tränen, aber ihre Stimme versagte nicht.
„Wenn du die Wahrheit wissen willst, Iris… musst du aufhören, unsichtbar zu sein.“
Draußen blieb die Stadt laut und gleichgültig.
In dieser kleinen Wohnung spürte Iris etwas Selteneres als Angst:
Richtung.
Weil der Mann versucht hatte, sie mit einer Sprache zu demütigen, die er für sein Eigentum hielt?
Er hatte sie gerade daran erinnert, was sie die ganze Zeit mit sich herumgetragen hatte.
Eine Stimme.
Und Türen in sieben Sprachen.