Wir aßen fast schweigend. Sharon redete ununterbrochen, aber nicht mit mir – sondern um mich herum. Über undankbare junge Frauen, die zu viel Zeit online verbrachten, darüber, dass die Ehe Gehorsam erfordere, und darüber, wie glücklich ich mich schätzen könne, eine Unterkunft zu haben, während Luke arbeitete. Hin und wieder warf sie einen Blick aus dem Fenster, aber ich konnte nicht deuten, ob sie besorgt war oder nur ihre Machtposition festigen wollte.
Zehn Minuten vergingen. Dann fünfzehn.
Ich begann zu glauben, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Vielleicht hatte Evan die Nachricht nicht richtig gelesen. Vielleicht hielt er es für eine private Familienangelegenheit und wollte sich nicht einmischen. Vielleicht glaubte er Sharons Bild von mir – einer zerbrechlichen, überreagierenden Ehefrau – mehr als dem stillen Appell eines Fremden.
Dann huschten Scheinwerfer über die Vorhänge.
Nicht ein Satz. Zwei.
Sharon stand so schnell auf, dass ihr Stuhl über die Fliesen schrammte. Sie ging zum Fenster und zog den Vorhang nur so weit beiseite, dass sie hinausschauen konnte.
„Was zum Teufel?“, flüsterte sie.
Es klopfte. Fest. Offiziell.
Sie drehte sich zu mir um, Wut stand ihr ins Gesicht geschrieben. „Was hast du getan?“
Ich sagte nichts, vor allem weil ich Angst hatte, dass ich, wenn ich sprechen würde, anfangen würde zu weinen und nie wieder aufhören könnte.
Es klopfte erneut, gefolgt von einer Stimme: „Sheriffbüro Tulsa County. Bitte öffnen Sie die Tür, Ma’am.“
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