Ich bin 89 Jahre alt und das war mein Leben. So war das Leben früher.

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Man hat mir gesagt, ich solle sprechen, meine Geschichte erzählen, also sitze ich hier und lasse die Worte einfach fließen. Ich bin 89 Jahre alt, und seltsamerweise erinnere ich mich an Dinge von vor sechzig Jahren viel besser als an das, was ich gestern Abend gegessen habe. So ist das wohl mit dem Alter.

In diesem Lebensabschnitt ist die Erinnerung wichtiger als Pläne. Die Erinnerung wird zu einem Ort der Ruhe.

Aufwachsen mit Kälte und Hunger

Ich wurde 1936 in einem kleinen Ort in Jaén geboren – einem dieser Orte, die es heute kaum noch gibt. Mein Vater arbeitete als Tagelöhner. Meine Mutter wusch Wäsche für andere. Wir waren fünf Kinder; ich war das mittlere.

Ich erinnere mich nicht an Spielzeug oder Geschenke. Was ich erinnere, ist Kälte und Hunger. Sie waren meine ständigen Begleiter.

Ich war während des Krieges noch sehr jung, habe aber die Nachkriegsjahre voll miterlebt. Ich verließ die Schule mit etwa neun oder zehn Jahren und ging nur noch hin, wenn ich nicht auf dem Feld gebraucht wurde. Ich lernte ein bisschen lesen, schrieb schlecht und konnte einfache Rechenaufgaben lösen. Das war alles.

Den Verlust meines Vaters und meine Vertreibung

Als ich elf war, verließ mich mein Vater. Er sagte, er würde in einer anderen Stadt Arbeit suchen. Er kam nie zurück.

Meine Mutter hielt so lange durch, wie sie konnte, aber bei so vielen zu ernährenden Kindern reichte es nicht. Eines Tages schickte sie mich zu einer Tante in eine andere Stadt, in der Hoffnung, dass ich dort bessere Chancen hätte. Als ich ankam, erfuhr ich, dass sie Monate zuvor gestorben war.

Ich war vierzehn – allein, pleite und ohne Zuhause.

Schlafen in einem verlassenen Auto

Ich fand ein altes Auto ohne Räder und Fenster und schlief viele Nächte darin. Der Winter war brutal. Ich aß alles, was ich finden konnte. Ich klopfte an Türen und fragte nach Arbeit – Holz hacken, Steine ​​tragen, alles. Oft gab es nichts.

Ja, ich habe einmal Brot gestohlen. Ich bin nicht stolz darauf, aber der Hunger war unerträglich. So ein Hunger lässt einen nie los.

Die Werkstatt und endlose Arbeit

Schließlich fand ich Arbeit in einer kleinen Werkstatt. Der Besitzer ließ mich dort übernachten und gab mir zu essen. Ich arbeitete jeden Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

Er war streng, aber gerecht. Er hat mich nie geschlagen, was damals sehr viel bedeutete.

Die Erkenntnis, dass sich etwas ändern musste.

So vergingen die Jahre – ich überlebte einfach, ohne an die Zukunft zu denken. Doch dann, eines Tages, begriff ich etwas ganz klar: Wenn ich so weitermachte, würde das mein ganzes Leben ausmachen.

Es war keine plötzliche Erkenntnis. Es war einfach die Wahrheit. Mir wurde bewusst, wie wenig ich wusste und dass diejenigen, die gut lesen und schreiben konnten, mehr Möglichkeiten hatten.

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